Berlin ist ein Zentrum innovativer Cocktailkultur, sagt Nils Boese.  Tipps einsammeln ist gut, Selbstschmecken ist besser. Und so geht’s auf in die Berliner Shochu Bar, etwas versteckt an der Rückseite des Hotels Adlon gelegen.  Wir  – 2 nicht gänzlich cocktail-ungewohnte Genießer, 1 zwar kulinarisch versierter, doch mixgetränkstechnisch völlig unerfahrener Neuling –  sind früh. Schließlich wollen wir ungebremst beim Shaken, Rühren und Muddeln zuschauen.  Noch sind wir die einzigen Gäste im angenehm asiatisch inspirierten Ambiente. Mixologe Franz  macht es uns leicht. Er nimmt sich viel Zeit, berät bis in die kleinste Prise und setzt sanfte, aber durchaus erforderliche Warnhinweise, als wir uns dem dritten Getränkt nähern  („Dieser Cocktail ist sehr intensiv“).

Den  Namensgeber Shochu  –  eine Art japanischer Vodka  –  heben wir uns für einen späteren Besuch auf.  Heute stürzen wir uns ausschließlich auf die hauseigenen Kreationen. Spektakulärer Favourite ist der Basilic et Chocolat. Die Zutatenliste hört sich abenteuerlich an: Grey Goose, weißer Schokoladenlikör, Apfellikör, Limette, Ingwersirup und Basilikum. Eigentlich mag ich kein „Grünzeug“ in Drinks.  Eigentlich …

Aber diese Kombi aus süß, zitrusig, pikant, minimal-kräutrig, würzig, alkoholisch, fruchtig und was noch alles explodiert im Mund und ist trotzdem harmonisch. Meine Geschmacksknospen wissen gar nicht, wie ihnen geschieht. Ich schon. Ich finde den Cocktail einfach nur lecker.  Oder vielmehr komplex lecker.

Ähnlich ergeht es meinen Mittestern mit Sweetest Taboo, Monkey Tongue und Konsorten.  Fazit unserer Einsteigerin: Ich wusste gar nicht, dass Cocktails so lecker sind. Ungünstig, dass sie auf diesem Niveau eingestiegen ist. Sie wird es schwer haben, das Level weiter zu halten.  Und ich gehe weiter auf die Cocktailpirsch …

 

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