Jeder Whisky hat mal klein angefangen … als Bier. Dies ist schon einmal die erste, wenn auch nicht die wichtigste Erkenntnis des Whisky Tastings. Schauplatz bei Barbara‘s Wine Yards in Schwetzingen. An die 30 Menschen wollen mehr über das köstliche Nass wissen, und wir mittendrin. Am Anfang regnet es Fakten, Fakten, Fakten… während wir uns bei einem Bourbon mit wenig Ginger Ale eingrooven.

Wir erfahren, wie sich  jenes „Urbier“ in Whisky verwandelt (z. B. durch ein- bis mehrfaches Destillieren und die Lagerung in Holzfässern). Dass die Amerikaner gerne in Brennsäulen produzieren. Wo die meisten Destillerien auf kleinstem Raum locken (Speyside, in den südöstlichen Highlands).  Dass selbst Japaner und Bayern Whisky brennen. Und dass – oh Graus – pro Jahr 40 Millionen Liter verdunsten. Das könnte man auch alles nachlesen… aber im Verein mit immer lustiger und informierter werdenden Mit-Tastern ist der Genuss größer.

Der erste pure Whisky, der dann durch unsere Kehlen rinnt, ist ein unspektakulärer Ire (Irishman, Single Malt). Ab dann sind nur noch die Schotten los. Und bevor wir überhaupt tasten, schnuppern wir. Entdecken Zitronen-, Vanillearomen, Noten von Salz und Heu, Rosé- und Beerenanklänge – oder auch nicht. Den angeblichen Salznoten ist meine Zunge vergeblich auf der Spur, dafür erahne ich Zimt.  So unterschiedlich die Eindrücke mitunter sind, einen gemeinsamen Nenner finden wir schnell: Die Aromenvielfalt und Komplexität, die wir erriechen und -schmecken, verführt zu sofortigen Kaufgelüsten.

Ganz am Schluss lässt der Whisky-Experte die Preis-Katze aus dem Sack. Meine Favourites sind die hochpreisigsten (aber immer noch finanzierbaren) Sorten:  ein highländischer Edradour,  10 Jahre alt, im Portwein-Fass gereift, Single Cask,  aus der kleinsten Brennerei Schottlands, und ein Miltonduff, 13 Jahre, aus Speyside mit stattlichen 59,9 Volumenprozent.  Manche verdünnen mit Wassertröpfchen aus der Pipette, um neue Geschmackserlebnisse zu kreieren. Mein Fazit: 2 sehr schöne Entdeckungen. Werde gleich ordern – und die nächste Schottland-Reise ist in der Planung. Natürlich inklusive Speyside-Besuch …

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